Schön. Sie wissen also, dass Sie, je nach unterstellter Mietsteigerung in den kommenden Jahrzehnten, in 40 bis 50 Jahren rund das 1.000-fache Ihrer jetzigen Monatsnettomiete an Mietkosten auszugeben haben. Jetzt noch schnell ein Blick in den Immobilienteil der Tageszeitung und schnell ein Haus kaufen, also wirklich, man wäre ja blöde wenn man nicht so schnell wie möglich dem Mieterdasein ein Ende bereitet...
Dass man mit der Mathematik so seine Spielchen treiben kann, dafür gibt es unzählige Beispiele. Der zunächst um 10 % heraufgesetzte Preis für einen bestimmten Pullover, der dann in einer Rabattaktion wieder um 10 % herabgesetzt wird führt eben nicht wieder zum ursprünglichen Preis sondern zu einem Preisvorteil von 1 %...
Da war doch gleich...Die Kaufkraft !
Sie können sich vielleicht noch daran erinnern, dass eine kleine Cola in einer Durchschnittsgastronomie vor 15 Jahren je nach Region in Deutschland ca. 2 Mark gekostet hat. Heute liegt der Preis wohl eher in der Region von 2 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von nahezu 96 % oder rund 4,5 % pro Jahr. Und das Beispiel kann auf fast alle Wirtschaftsgüter des täglichen Lebens übertragen werden, ganz gleich ob es sich um den Mittelklassewagen, die Urlaubsreise oder die neue Markenjeans handelt (Ausnahmen wie die Unterhaltungselektronik kompensieren dabei überproportionale Steigerungsraten, wie z. B. Energie...).
Und das bedeutet: Natürlich zahlt der Mieter, auf 40 oder mehr Jahre hochgerechnet, mehr an Miete als ein vergleichbares Objekt an Kaufpreis kostet. Aber er zahlt diese Miete eben nicht heute auf einen Schlag zur heutigen Kaufkraft.
Der Begriff 'Abzinsung'...
...soll von daher diese Problematik erfassen. Unter Abzinsung versteht man den Faktor mit der eine zukünftige Zahlung heruntergerechnet werden muss um ihren heutigen Wert zu ermitteln.
Soll heißen:
Unterstellt man in den kommenden 30 Jahren eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate von 2 % und nehmen wir an, dass sich auch das individuelle Einkommen ohne Berücksichtigung von Karrieresprüngen dementsprechend entwickelt, so ist eine Zahlung von 1.000 Euro in 30 Jahren ungefähr soviel Wert wie eine heutige von 552 Euro. Noch drastischer fällt das Bild aus, wenn man sich vorstellt, dass man heute nur gut 308 Euro anlegen muss, um eine Zahlung von 1.000 Euro in 30 Jahren zu bedienen - eine dafür benötigte jährliche Verzinsung von 4 % pro Jahr ist über einen derart langen Zeitraum auch nach Berücksichtigung der Abgeltungssteuer 2009 ohne größere Schwierigkeiten am Kapitalmarkt verfügbar.